Patchworkvormittag mit Folgen

Am vergangenen Mittwoch durfte ich den Vormittag bei Anne (ohne Blog) in Darmstadt verbringen. Angefangen über einen eMail-Kontakt in der Yahoo-Gruppe der Quiltsterne haben wir vor ca. 3 oder 4 Wochen spontan sehr lange miteinander telefoniert, waren uns sympathisch und haben uns kurzerhand zum gemeinsamen Nähen verabredet.

Am Mittwoch war es nun soweit. Sohnemann hatte ich fürs Mittagessen bei Oma eine Verabredung getroffen – da konnte er dann auch gleich noch der Oma den Rasen mähen – so dass ich zeitlich etwas unabhängiger war. Tochterkind hat eh einen langen Schultag und kommt erst gegen spät am Nachmittag heim, also auch das kein Problem. Einzig hatte ich nicht bedacht, dass ich auf dem Weg nach Darmstadt übers Frankfurter Kreuz muss, und diese zur bewußten Tageszeit immer ein wenig überlastet ist. Dank Navi wurde ich drum herum gelotst, so dass ich zwar ohne Stau, dafür aber ein wenig später als geplant angekommen bin.

In einem frisch renovierten Haus aus den 60ern hat Anne sich das komplette Dachgeschoß eingerichtet und einen geräumigen und absolut hellen Raum geschaffen, der ideal geeignet ist zum Nähen, Quilt ausbreiten und sich wohlfühlen. Überall lauter hübsch anzusehende Stehrums – wie mein Mann immer zu sagen pflegt, viele Bücher, Stofflager – und kreatives Chaos. Also ein Ort zum Wohlfühlen 🙂

Ganz in der Nähe der Nähmaschine hat sie einen Stehtisch auf dem die Schneidematte Platz gefunden hat. Tja und dieses Teil hatte es mir dann doch angetan, denn so langsam nervt mich das Chaos schon, dass ich auf unserem Eßtisch und dem Beistelltisch, auf dem eigentlich der Toaster steht, anrichte. Jahreszeitliche Deko kommt auf unserem Tisch gar nicht mehr zur Geltung, so dass ich mir im Moment auch keine Mühe drum gegeben habe. Aber das kann sich ja nun ändern, denn ich habe gleich mal im schwedischen Möbelhaus geschaut und bin fündig geworden. Gestern früh bin ich dann gleich losgezogen, habe besagten „Servierwagen“ geholt und mir gleich im Baumarkt noch einige der bewährten Plastikboxen besorgt. Und so schaut es nun neben dem alten Beistelltisch aus:

Was noch fehlt ist die passende Farbe zu den Wintergartenmöbeln und ein paar Haken, damit ich dort meine Lineale, das Maßband und die Rollschneider dran aufhängen kann. Dann kann selbst mein ordnungsliebender Gatte nicht mehr meckern – hat er übrigens bisher noch nicht, aber ich wartete ständig drauf – und ich habe den Eßtisch wieder dauerhaft frei. Die Tischplatte ist 50×60 cm groß, so dass meine große Schneidematte wirklich genau drauf passt. Und von der Höhe her ist es angenehm im Stehen zu Arbeiten. Viel bequemer als am Eßtisch, der dafür eigentlich zu niedrig ist. Ich habe das natürlich gleich gestern getestet.

Aber zurück zum Nähvormittag bei Anne. Natürlich hatte ich Christophs Quilt dabei und ebenso den Regenbogenquilt von Lisa. Sind es doch die beiden einzigen Teile, die ich zum Vorzeigen greifbar habe. Angeregt durch das Zeigen und unsere Gespräch über die Aufhängung von Lisas Quilt, habe ich dann gestern gleich noch das passende Material im Baumarkt besorgt und werde das als nächstes in Angriff nehmen. Schließlich ist der Quilt viel zu schade um nur zusammengefaltet in der Ecke zu liegen. Sobald ich das geschafft habe, gibt es natürlich ein Bild davon.

Anne hatte im Gegenzug noch ihr Schätze vom Wochenende ausgebreitet auf einer Bank drapier – etliche Stücke Japanstoff. Wo ich mich noch bescheiden zurückgehalten habe, da hat sie kräftig zugeschlagen. Und wenn sie dann so dekorativ ausgebreitet da liegen, schauen die Stoffe noch mal so schön aus, als auf dem Messestand. *Neid* eigentlich hätte ich auch mehr kaufen sollen. Aber naja, dann halt beim nächsten Mal.

Auf jeden Fall hatten wir genug Gesprächsstoff, haben gemeinsam genäht, festgestellt, dass selbst die kleinsten Stoffstückchen noch zu schade zum Wegwerfen sind und uns prächtig verstanden. Anne sammelt nun für mich die Abfallstücke der Flying Gees, die sie gerade näht, da diese immer noch die passende Größe für meine Mini-Hexas haben. Und ich werde wohl anfangen, nach einem Hinweis auf Bonny Hunters „Leaders and Enders“, meine sortierten Reststücke gleich immer zu Beginn und Ende einer Nähekette zu verarbeiten, so dass es irgendwann einmal nebenbei genug Teilchen für einen Scrap-Quilt entstanden sind.

Nach einem leckeren Mittagessen mussten wir uns leider für diesmal verabschieden, nicht ohne uns sicher zu sein, dass wir uns demnächst wieder zum Nähen treffen werden. Anne, mir hat es echt Spaß gemacht. Wieder einmal habe ich festgestellt, dass man übers Internet richtig nette Leute fürs reale Leben kennen lernen kann.

4 Gedanken zu „Patchworkvormittag mit Folgen“

  1. Liebe Claudia,

    da hätte ich ja beinahe Deinen Bericht über unser Treffen verpasst. Ich kann bestätigen, sie schreibt die Wahrheit, die gute Claudia, außer die Stelle mit dem Chaos *rotwerd* – Du indiskrete Plaudertasche-, dabei hatte ich doch extra versucht, die kreative …naja… nenne ich es einmal „Freiheit“ vor Dir zu verbergen. Alles umsonst! Tja, ist der Ruf erst ruiniert *LOL*
    Freut mich riesig, dass Dir mein Schneidetisch so gut gefallen hat. Er hat übrigens eine Hakenleiste aus dem Küchenbedarf an der Seite. Gibt es sicher auch beim Schweden.

    Bis hoffentlich ganz bald mal wieder! Die Lieferung weiterer Dreiecke aus flying geese muss leider etwas warten, da ich mir beim f.g. trimmen eine Art Sehnenscheidenentzündung angezüchtet habe. Aber dafür flattern jetzt bereits 450 grün-weiße Gänslein herum.

    Lieben Gruß
    Anne

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